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MICE

Qualitätscheck: Österreich

Large group of people forming Austria map and national flag in social media and communication concept on white background. 3d sign symbol of crowd illustration from above gathered together
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iStock/tampatra

Wir fragen die Experten aus Wirtschaft, Industrie und Politik: Wie gut ist Österreich als MICE-Standort und wie können wir noch besser werden?

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Dr. Christoph Matznetter

Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich © Foto: Petra Spioler

Dr. Christoph Matznetter zum MICE Standort Österreich

Bereits heute ist Österreich ein sehr attraktiver MICE-Standort. Die ICCA-Kongress-Statistik 2018 bewies einmal mehr, dass wir weltweit zu den Top 20 der Kongressländer zählen. Wien sticht mit dem 2. Platz im Städteranking als Tagungsmetropole besonders heraus. Das trägt positiv zur österreichischen Wirtschaft bei: Kongress-Tourismus verbessert das Image Österreichs als Reisedestination. Die TeilnehmerInnen von Kongressen kommen später oft als FreizeittouristInnen wieder. Ein MICE-Standort zu sein, birgt aber nicht nur Wertschöpfung für das Hotel- und Gastgewerbe. Viele andere Branchen profitieren von der Belebung des Standorts. Eine ausgeprägte Konferenzinfrastruktur ist zudem ein positiver Anreiz für die Ansiedlung von Unternehmen sowie insbesondere für ihre Zentralen und Forschungszentren. MICE-Erfolge führen zu einer steigenden Auslastung der Verkehrsträger, so dass z.B. die Destination Wien häufiger angeflogen wird. Auch das fördert die Attraktivität des Standortes.

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Rainer Will

Geschäftsführer Handelsverband © Foto: Stephan Doleschal

Der Kongress-Standort Österreich als neutraler Boden für neue Brücken

Unsere Bundeshauptstadt wurde heuer von Mercer zum bereits zehnten Mal in Folge zur lebenswertesten Stadt des Planeten gewählt – völlig zu Recht. Wien gilt aber auch als führender internationaler Kongress-Standort und profitiert erheblich von den vielen Veranstaltungen in der Stadt. So ist die MICE-Wertschöpfung in den letzten 10 Jahren um fast 80 Prozent gestiegen und liegt mittlerweile bei rund 1,2 Milliarden Euro jährlich. Jede 8. Gästenächtigung in Wien entsteht durch Kongresse und Tagungen, damit werden mehr als 20.000 Arbeitsplätze gesichert. Natürlich profitiert auch der Handel quer durch alle Branchen von der boomenden Tagungsindustrie mit 4.000 Events pro Jahr und den meist kaufkräftigen 600.000 TeilnehmerInnen.

Diplomatische Neutralität

Österreich zählt zu den fortschrittlichsten, schönsten Regionen der Erde und beherbergt in Relation zu seiner Bevölkerung die meisten Weltmarktführer.

Was viele nicht wissen: Auch abseits von Wien zählt Österreich zu den weltweit beliebtesten MICE-Standorten. Bei internationalen Veranstaltungen punktet unser Land mit Vielfältigkeit, Stabilität, einer erstklassigen Infrastruktur, der zentralen Lage im Herzen Europas und gerade im politischen bzw. diplomatischen Kontext auch mit der Neutralität. Österreich ist ein Brückenbauer auf neutralem Boden, weshalb hierzulande auch Kongresse und informelle Verhandlungen zu hochsensiblen Themen auf höchster Ebene abgehalten werden können.

Ausweitung der Tourismuszone

Es gibt aber eine Sache, die wir besser machen könnten: Verstärken wir doch die regionale Wertschöpfung im Handel auch in Wien durch die Schaffung von Tourismuszonen, in denen Geschäfte von Tagungen profitieren können. Es ist unverständlich, dass die Kongressmetropole Wien bisher als einziges Bundesland daran festgehalten hat, auf die Einführung derartiger Zonen zu verzichten. Immerhin würde diese Maßnahme rund 140 Millionen Euro Mehrumsatz und bis zu 1.000 Arbeitsplätze bringen. Wir empfehlen daher eine Ausweitung der Tourismuszonen auch auf Wien, um die Kaufkraft von internationalen Delegationen bzw. Tagungstouristen noch besser der regionalen Wertschöpfung zuführen zu können.

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Mag. (FH) Kurt Egger

Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes © FOTO: DJAKOB

Unsere Unternehmer machen Österreich zu einem beliebten MICE-Standort.

Mit über 21.000 Veranstaltungen, rund 1,7 Millionen TeilnehmerInnen und 3,5 Mio. Nächtigungen im Jahr 2018 ist Österreich eines der wichtigsten Tagungsländer. Das ist vor allem unseren heimischen Unternehmern und deren MitarbeiterInnen zu verdanken, denn sie überzeugen inländische und ausländische Gäste tagtäglich mit Gastfreundschaft, hoher Professionalität und innovativem Angebot. So machen sie den Standort Österreich zu einem beliebten Tagungsland.

Damit das auch weiterhin so bleibt müssen gerade kleine und mittlere Betriebe nachhaltig entlastet werden. Die geplante Steuerreform hat hier bereits erste Schritte vorgesehen, um Unternehmen bürokratisch und steuerlich zu entlasten. Damit Österreichs Betriebe auch weiterhin auf gute Rahmenbedingungen in einem stabilen Wirtschaftsstandort zählen können, ist es wichtig, dass der eingeschlagene Reformkurs im Herbst fortgesetzt werden kann.

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Anton Jenzer

Präsident DMVÖ, Geschäftsführer VSG Direktwerbung GmbH und digiDruck © Foto: Foto Wilke

Der Trend weist in Richtung Emotionalisierung und Erlebnisorientierung

MICE-Veranstaltungen sind enorm wichtig. Einerseits für Unternehmen, um die neuesten Trends zu erfahren, und andererseits auch für KonsumentInnen, um sich über neue Angebote zu informieren. So ist es für werbetreibende Unternehmen zum Beispiel sehr hilfreich, einen umfassenden Überblick über die neuesten Vermarkungs- und Digitalisierungsstrategien zu haben. Digitales Participant Care wird zudem auf MICE-Veranstaltungen eine immer größere Rolle spielen. Für das Direktmarketing ist es besonders wichtig, mit jedem einzelnen Teilnehmer über das Event hinaus in Kontakt zu bleiben. Dafür gibt es für Veranstalter auch immer mehr Möglichkeiten.

Virtuell oder real?

In den letzten Jahren haben sich neue Tagungen und Kongresse für den jungen Nachwuchs etabliert – vom Fifteen Seconds Festival bis hin zum WeAreDevelopers Kongress haben die Macher das teilweise verstaubte Konzept von Tagungen neu erfunden. Veranstaltungen werden dabei zu wahren Ereignissen, denn die Generation Y erwartet vor allem  erlebnisorientierte Events. So macht sich der Trend der Emotionalisierung schon allein im Titel der Veranstaltungen bemerkbar. Es spielte dann auch keine Rolle mehr, ob der Summit oder Kongress in Graz oder Wien stattfand. Spätestens hier kommt Dialog Marketing ins Spiel.

Spiel mit den Möglichkeiten

Die Möglichkeiten des Dialog Marketings bieten MICE-Veranstaltern völlig neue Möglichkeiten. Beginnend beim Ticketing bis hin zum Erlebnismanagement und dem Setzen von Touchpoints nach dem eigentlichen Event. Wie virtuell eine solche Messe einmal sein wird und was der Standort dazu überhaupt beiträgt, wird die Zukunft weisen.

Die Tagungsindustrie verzeichnet in Österreich jährlich unzählige TeilnehmerInnen – Tendenz stark steigend. Viele virtuelle Kongresse und Seminare könnten mittels multimedialen Inszenierungen und Organisationsformen noch wirkungsvoller, attraktiver und effizienter gestaltet werden.

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