Wenn regulatorische Anforderungen zunehmen und Lieferketten immer anspruchsvoller werden, rücken Sicherheitsfragen verstärkt in den Fokus. Wie mit einem interdisziplinären Ansatz Risiken frühzeitig erkannt und technische Lösungen gezielt entwickelt werden können, erklärt Elisabetta Carrea, CEO des Swiss Safety Center.

Dr. Elisabetta Carrea
© Swiss Safety Center
CEO Swiss Safety Center AG
Sich rasant wandelnde Märkte, steigende regulatorische Anforderungen und komplexe Infrastrukturen sowie Cyberangriffe erhöhen den Sicherheitsbedarf. Welche Rolle spielt das Swiss Safety Center heute im Bereich Schutz und Sicherheit?
Das Swiss Safety Center versteht sich als Kompetenzzentrum für technische Sicherheit sowie Qualitäts- und Risikomanagement. Wir unterstützen unsere Kundinnen und Kunden dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen und Sicherheitsanforderungen systematisch umzusetzen. Unser Leistungsportfolio reicht von Prüfungen, Zertifizierungen, Inspektionen und Konformitätsbewertungen bis zu Aus- und Weiterbildungen in vielen Fachbereichen. Damit tragen wir dazu bei, dass technische Systeme, Infrastrukturen und Prozesse zuverlässig und normgerecht betrieben werden.
Sie beschäftigen sich ebenso mit Arbeitssicherheit, Werkstoffanalytik, Brandschutz und Gefahrstoffmanagement wie mit Automation und Anlagenbau. Wie greifen diese unterschiedlichen Fachbereiche strategisch ineinander?
Unsere Fachbereiche greifen entlang des gesamten Lebenszyklus technischer Anlagen ineinander – von der Risikoanalyse über Planung, Abnahme und Prüfung bis zum sicheren Betrieb. Arbeitssicherheit, Brandschutz, Gefahrstoffmanagement, Werkstoffprüfung sowie Automation und Anlagenbau verbinden wir zu einem integralen Sicherheitsansatz. So lassen sich Risiken frühzeitig erkennen, technische Lösungen gezielt entwickeln und Anlagen konform betreiben. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht praxisnahe Gesamtlösungen für Industrie, Gewerbe, Handel und öffentliche Institutionen.
Welchen konkreten Mehrwert bieten Sie Unternehmen im industriellen beziehungsweise geschäftlichen Umfeld? Und wo profitieren auch öffentliche Institutionen oder Privatpersonen von Ihrer Expertise?
Unser Mehrwert liegt in der Prävention. Wir unterstützen Unternehmen dabei, Risiken von Unfällen, Betriebsunterbrüchen und Schäden frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. Prävention bedeutet auch, Kosten zu sparen – etwa durch weniger Ausfälle und geringere Haftungsrisiken. Davon profitieren auch öffentliche Institutionen und Privatpersonen. Gleichzeitig fördern wir durch Sicherheit die Nachhaltigkeit.
Unabhängige Prüfungen und Zertifizierungen schaffen Vertrauen. Welche Rolle spielt dieser Bereich in Ihrem Portfolio? Warum ist er heute strategisch wichtiger denn je?
Unabhängige Prüfungen und Zertifizierungen sind ein zentraler Bestandteil unseres Portfolios. Sie schaffen Transparenz und Vertrauen gegenüber Kundinnen und Kunden, Behörden sowie Partnern. Gerade in komplexen technischen Systemen sind objektive Bewertungen entscheidend, um Risiken fundiert einschätzen zu können. Regulatorische Anforderungen nehmen zu, Lieferketten werden anspruchsvoller und Sicherheitsfragen rücken stärker in den Fokus.
Mit Ihrer Akademie setzen Sie stark auf Aus- und Weiterbildung. Welche Bedeutung hat die Qualifikation von Fachkräften für eine nachhaltige Sicherheitskultur in Unternehmen?
Die Qualifikation von Fachkräften ist eine zentrale Voraussetzung für eine nachhaltige Sicherheitskultur. Technische Regeln, Normen und Technologien entwickeln sich laufend weiter. Deshalb benötigen Unternehmen gut ausgebildete Mitarbeitende, die Risiken frühzeitig erkennen, Vorschriften verstehen und Sicherheitsmassnahmen konsequent umsetzen. Mit unserer Akademie vermitteln wir praxisnahes Fachwissen in Bereichen wie Anlagensicherheit, Arbeitssicherheit, Brandschutz, Gefahrstoffe oder Risikomanagement. So stärken wir Kompetenzen im Betrieb und fördern eine Sicherheitskultur, die auf Prävention und Verantwortung basiert.