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Alles neu, alles anders? Die Zukunft der Arbeitswelt

An Motivation, Leistungsbereitschaft und Qualifikation mangelt es jungen Menschen nicht, zeigt die Studie „Zukunft der Arbeitswelt“ von Leitbetriebe Austria. Aber die Arbeitgeber von heute müssen einiges ändern, um „jugend- und zukunftsfit“ zu werden.

Andreas Gnesda

Begeisterter Unternehmer und Arbeitsweltenexperte
Foto: teamgnesda

Monica Rintersbacher

Geschäftsführerin von Leitbetriebe Austria
Foto: Sabine Klimpt

Der aktuelle Wirtschaftsaufschwung macht den strukturellen Arbeitskräftemangel in Österreich deutlich wie selten zuvor. Branchen, in denen ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen, sind mittlerweile eher die Ausnahme als die Regel, und Sorgen, dass die Digitalisierung unzählige Jobs vernichten werde, sind längst verflogen. Offensichtlich ist genau das Gegenteil der Fall – die Suche nach den (richtigen) Mitarbeitern ist zur vielleicht größten unternehmerischen Herausforderung geworden.

„Die schlechte Nachricht für Unternehmen ist, dass die Arbeitswelt von heute junge Menschen immer weniger anspricht“, erklärt Leitbetriebe Austria-Geschäftsführerin Monica Rintersbacher. „Unsere Studie ,Zukunft der Arbeitswelt‘ enthält aber auch die gute Nachricht, dass sie ausgesprochen motivierte, loyale und leistungsbereite Mitarbeiter finden können – wenn sie Arbeitsmöglichkeiten und Arbeitsumfeld so weiterentwickeln, dass sie den Erwartungen junger Erwachsener und Jugendlicher entsprechen. „Die Studie, für die 1.000 Österreicherinnen und Österreicher zwischen 14 und 29 Jahren befragt wurden, zeichnet ein klares Bild, aus dem sich auch konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen ableiten“, so Andreas Gnesda, Beiratsvorsitzender von Leitbetriebe Austria und Initiator der Studie. „Gebt jungen Mitarbeitern Freiheiten und Gestaltungsspielraum, und sie werden ihre Kreativität und ihre teilweise exzellenten Kompetenzen – Stichwort Digital Natives – in ihre Arbeit einbringen. Vertraut ihnen, und sie werden für euer Unternehmen mehr tun, als ihr verlangt. Zeigt ihnen, dass ihre Arbeit wichtig ist, und ihre Arbeit wird ihnen mindestens so wichtig sein wie älteren Generationen.“

Must-have und No-Go

Nahezu unverzichtbar wird in Zukunft, sofern möglich, zeitliche und räumliche Flexibilität sein. Den eigenen Tag selbst einteilen zu können, selbst zu entscheiden, wann man von zu Hause aus und wann man lieber im Büro arbeiten möchte, ist für mehr als 80 Prozent von größter Bedeutung. Zwei Drittel erwarten regelmäßiges Feedback für ihre Arbeit. „Gute Leistung muss auch explizit anerkannt werden“, sagt Gnesda, „sowohl verbal als auch faktisch in Form von Gestaltungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.“

Völlig aus der Mode ist hingegen der klassische Achtstundentag, der in der Liste der Wünsche für den eigenen Arbeitsplatz abgeschlagen an letzter Stelle landete. Auch Sicherheit als Ausgleich für einen langweiligen Job funktioniert nur mehr bei den wenigsten jungen Menschen. „Geld und Sicherheit sind nicht mehr die Hauptanreize“, warnt Gnesda. „Unternehmen müssen ihre Arbeitswelt entsprechend den Vorstellungen der jüngeren Generationen weiterentwickeln. Dann ist Arbeitskräftemangel kein Schicksal, sondern eine Managementaufgabe, die mit Know-how und Innovationsbereitschaft gelöst werden kann.“

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