Home » Moderner Handel » Onlineverkauf: Anderes Geschäft, andere Sitten
Digitalisierung

Onlineverkauf: Anderes Geschäft, andere Sitten

mobile phone with online shopping in modern fashion shop
mobile phone with online shopping in modern fashion shop
iStock/zhudifeng

Stationäre Händler fassen zunehmend Expansionen im virtuellen Raum ins Auge. Dabei sollten sie aber nicht überhastet handeln und weiter ihre Stärken pflegen.

Immer häufiger kaufen die KonsumentInnen online und erfreuen den Einzelhändler seltener mit seiner Anwesenheit. Der Kunde muss sich schließlich im Netz nicht in der Schlange die Beine in den Bauch stehen oder sich über unfreundliches Personal ärgern. Und im Netz stehen die Dinge meistens in ausreichender Zahl sofort zur Verfügung, während man im Einzelhandel wiederholt auf die nächste Lieferung vertröstet wird.

Das bedeutet aber nicht, dass der stationäre Handel nun alle Zelte abbrechen und sein Geschäft komplett in die digitale Sphäre verlagern muss. Vor Ort schätzen KonsumentInnen andere Dinge: Anstatt sich auf eine allgemeine Produktbeschreibung für die Massen verlassen zu müssen, bekommt man hier oft eine individuelle Beratung.

Autobahn statt Holzweg

Hier gibt es zudem Produkte zum Anfassen und Ausprobieren. Und wenn man etwas Passendes gefunden hat, ist es sofort im eigenen Besitz. Versandkosten fallen nicht an und Gedanken über den Liefertermin braucht man sich auch nicht zu machen.

Welcher Händler aber meint, dass er aufgrund dieser Stärken gegen die virtuelle Konkurrenz gewappnet ist, wandelt auf einem Holzweg. Vielmehr sollte man sich Gedanken machen, ob man mit seinem Geschäft nicht besser zweigleisig fährt – weiterhin im stationären Bereich und auf der digitalen Autobahn.

Prüfe, wer sich online bindet

Mit der bloßen Einrichtung eines Onlineshops ist es aber auch nicht getan: Es wäre schade um den Aufwand und die Investitionen, die dafür nötig sind, wenn man nicht weiß, wie man ihn richtig betreibt.

Da im Onlinehandel ganz andere Geschäftstugenden gefragt sind, ist ein talentierter stationärer Händler noch lange kein guter Digitalkaufmann. Dort ist vor allem Schnelligkeit auf allen Gebieten gefragt – im Filialgeschäft dagegen kommt es mehr darauf an, sich für jeden Kunden möglichst viel Zeit zu nehmen. Und das sollte man auch für sich selbst tun, um eine solche Expansion ausreichend zu durchdenken.

Bei diesen Überlegungen fachmännische Beratungshilfe in Anspruch zu nehmen, kann auch nicht schaden: Ein solcher großer Schritt fällt leichter, wenn einen jemand an die Hand nimmt.


Next article